Ein Haus als Schaufenster

Wenn Baumeister für sich selbst bauen, möchten sie zeigen, was sie können. Die Villa in Emmen ist ein Vorzeigeobjekt par excellence, das der Besitzer und Erbauer gerne seinen potenziellen Kunden präsentiert. Sauber verarbeitete Trockenbauwände gliedern das Innere. Mit dem Wärmedämm-Verbundsystem Knauf WARM-WAND mit einer Oberfläche in Sandstein-Design kam an der Gebäudehülle eine innovative Lösung zum Einsatz.

Mit dem neuen Eigenheim am Ortsrand von Emmen (Schweiz) hat sich der Miteigentümer des Gipsergeschäfts M&S Bauteam AG, Vehbi Avdijaj, seine Träume erfüllt – und das mit Stil. Zusammen mit der für die Realisierung verantwortlichen MA Generalunternehmungen GmbH sieht er die Villa auch als Referenzobjekt. Deshalb wollte er sich hier das Beste vom Besten leisten.

Das Gebäude steht an einem nach Südosten abfallenden Hang. Direkt hinter ihm geht das Siedlungsgebiet des Luzerner Vororts in die Landwirtschaftszone über. Talseitig verläuft die Zufahrtsstraße, unmittelbar neben der Parzelle steht ein größeres Mehrfamilienhaus, das ebenfalls im Besitz der Bauherrschaft ist. Die Architektur des Neubaus macht diese Zusammengehörigkeit zum Thema; an die Garagen des Mehrfamilienhauses schließt ein eingeschossiges Volumen an, das die Flucht des Nachbarbaus aufnimmt und fast bis zum straßenseitigen Ende der Parzelle reicht. Es ist in den Hang hineingebaut und dient der leicht zurückversetzten Villa als Sockel und Terrasse. Dieser Unterbau klärt ganz pragmatisch die Zugangssituation. Der Haupteingang der Villa befindet sich in der Mitte dieses Sockels, exakt in der Symmetrieachse des darüber liegenden Hauptbaus. Die Villa liegt leicht erhöht, ist über ihren Sockel aber direkt mit dem Straßenraum und dem Nachbarbau verbunden. Auf diese Weise wirkt sie als Teil eines größeren Verbundes und ist ansprechend in die Umgebung integriert.

Fassade unterstützt repräsentativen Anspruch
Die beiden Hauptgeschosse des Hauses entsprechen einer freien Interpretation der klassizistischen Villa. Ein halbrunder, geschossübergreifender Hauptrisalit mit Kolossalordnung wird flankiert von zwei identischen, nach hinten abgedrehten Seitenflügeln mit übereinander liegenden Loggien. Die Schauseite des im Grundriss annähernd quadratischen Volumens setzt sich im Grunde genommen aus zwei Fassaden und einer plastisch durchgestalteten Ecke zusammen. Im Vergleich wirkt der rückwärtige Bereich bescheidener, das Haus erscheint als geschlossener Kubus.

Der repräsentative Anspruch der Villa beeinflusste auch die Gestaltung der Fassade. Architekt und Bauherrschaft entschieden sich, die tragenden Beton- und Backsteinaußenwände des Massivbaus mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) und Oberflächen von Knauf einzukleiden. Sie wählten das System Warm-Wand mit 200 mm EPS-Dämmung mit einem Lambda Wert von 0.030 W/mK. Als Putzsystem kam für den Grundputz und die Armierungslage Lustro zum Einsatz. Der Klebe- und Armiermörtel diente als Unterlage für den diffusionsoffenen mineralischen Oberputz Noblo 2 mm, der mit weißer Silikonharzfarbe gestrichen wurde. Die weißen Fassadenflächen alternieren auf der Frontseite der Villa mit Sandstein-Design, einer neuen und interessanten Methode zur Gestaltung von WDVS-Oberflächen von Knauf. Dies komplettiert das architektonische Konzept und dessen Umsetzung angemessen und stimmungsvoll.

Sandstein-Design-Flächen als Eyecatcher
Die Platten für das Wandbekleidungs-System Knauf Sandstein-Design setzen sich zusammen aus einem Trägergewebe und einer Oberfläche aus natürlich entstandenen Sedimentstrukturen (1-3 mm). Der Bauherr, als routinierter Trockenbauer mit den Knauf Systemen für Innenräume wohl bekannt, konnte sich bei der Umsetzung dieser gestalterischen Lösung zusammen mit dem ausführenden Betrieb auf den vertrauten Knauf Fachberater verlassen, der sich am Entscheidungs- und Realisierungsprozess aktiv beteiligte. Es waren verschiedene Entscheidungen zu treffen. Bei der Dekorvariante bestand eine Auswahl von acht verschiedenen Oberflächen-Farbtönen. Der gewählte helle Ockerton „Crema“ passte am besten zur Umgebung der Villa. Als es um die Bestimmung von Fugenart und -bild ging, entwickelte man vor Ort zusammen mit Knauf Fachberater Gregor Lütolf eine „Auslegeordnung“, um die Wirkungen der verschiedenen Möglichkeiten zu prüfen. Man kam zum Schluss, dass die Variante „Englisch“, mit versetzten, aber übereinander liegenden vertikalen Fugen und stumpf gestoßenen Platten im Maß 60 x 30 cm, die gewünschte Wirkung erzielt.

Mit viel Bedacht wählte man die Fassadenflächen aus, die mit den Sandstein-Designplatten geschmückt wurden. Auf keinen Fall wollte man den Anschein erwecken, die Villa sei ein „Sandsteinhaus“. Sehr konsequent wurden die planen, vertikalen Flächen der Sockelfront und der Einfassung des Mittelrisaliten inklusive dessen gerundeter Dachstirn als Träger des edlen Werkstoffs bestimmt. Man vermied es, die Platten über Eckbereiche hinweg anzubringen, obwohl sich diese problemlos und ohne qualitative Beeinträchtigung über eine Kante biegen lassen. Die seitlichen Sockelprofile, die Dachuntersichten wie auch die Fenster- und Türleibungen blieben weiß. Dadurch tritt Sandstein-Design als erkennbares Zierelement in Erscheinung. Das regelmäßige Fugenbild und die sauber verarbeiteten Randbereiche zeugen von einer sorgfältigen und überlegten Detailplanung.

Großzügige Offenheit prägt den Innenraum
Die symmetrische Gliederung der Villa bestimmt auch die Erschließung und die Anordnung der Räume. Der Haupteingang im Sockel führt auf der Mittelachse direkt zu einer Wendeltreppe, eine Chromstahlkonstruktion mit Glasstufen. Exakt im Zentrum des Gebäudes verbindet sie die drei Geschosse des Hauses miteinander. Die über ihr angeordnete Dachöffnung ist mit einer polygonalen Glaspyramide gedeckt.

Licht und Sichtbezüge prägen die Stimmung. Die ausgeklügelte Tragstruktur beschränkt sich auf die gemauerten und betonierten Außenwände und zwei Stützen im Inneren. Sie tragen das Dach und die Decken der Geschosse, die frei unterteilbar sind. Ein Raumkontinuum erstreckt sich über alle Etagen. Im Sockelgeschoss dehnt sich der Raum neben der Treppe in die Tiefe aus. Das Erdgeschoss mit Küche, Ess- und Wohnbereich, wird lediglich durch die Treppe und die beiden Stützen gegliedert. Das vollständig verglaste, mit wenigen vertikalen Profilen gegliederte Halbrund des Mittelrisaliten erlaubt einen herrlichen Blick auf das Alpenpanorama. Der Aufenthaltsbereich reicht hier über rund sechs Meter bis zum Dach. Das obere Geschoss ist über eine Galerie einsehbar. Der Verlauf der Deckenöffnung folgt der strengen Geometrie des Gebäudes und bildet einen rechten Winkel. Die Galerie erschliesst die beiden „Seitenflügel“: Zur rechten befinden sich die beiden Kinderzimmer, zur linken das Elternschlafzimmer und eine großzügige Ankleide. Auf der Rückseite des Gebäudes ist ein von beiden Seiten zugängliches, großes Bad eingerichtet.

Trockenbau lässt Räume zur Geltung kommen
Wie das äußere Erscheinungsbild präsentieren sich auch die Innenräume der Villa edel, mit einer dezenten Zurückhaltung. Alle Räume sind lichtdurchflutet und von einer vornehmen Schlichtheit. Der Bodenbelag im Eingangsbereich und im Erdgeschoss besteht aus dunklem „Türkischem Marmor“. Er kontrastiert mit den weißen Wänden und Decken. Im Obergeschoss wurde Nussbaumparkett verlegt, das große Bad ist mit einem Marmor in einem hellen Ockerton verkleidet. Als weiterer Naturstein kam lichtdurchlässiger Marmor zum Einsatz. Er dient als hinterleuchteter Wandschmuck. Im Eingangsbereich und in der Gäste-Toilette trifft man auf einen ausgehöhlten, hinterleuchteten Korpus dieses natürlichen Materials.

Durch die Neutralität der Decken und Wände treten die sinnlichen Qualitäten der Oberflächen aus Holz, Glas und Stein umso prägender in Erscheinung. Dieser Effekt konnte mithilfe von Knauf Trockenbautechnologie erzielt werden. Die inneren Trennwände sind nichttragend und wurden komplett in Trockenbauweise erstellt. Auch hier entschied man sich für Knauf Systeme. Besonderes Können erforderte die gekrümmte Wand, die mit elegantem Schwung das große Bad von der Wendeltreppe trennt. Bei diesem anspruchsvollen Sonderfall wurden auf jeder Seite vier 6 mm starke Gipsplatten in die Metallkonstruktion eingespannt. Eine vollflächige Armierung im Oberputz beugt gegen Haarrisse vor. Der Einsatz der Trockenbauwände erlaubte es auch, auf unkomplizierte Art Wandnischen zu schaffen, so beispielsweise im Eingangsgeschoss im Bereich der hinterleuchteten, wandbündigen Natursteinflächen. Gips-Vorsatzschalen ermöglichen das Einfügen raumhaltiger Wände und bieten Raum für eine effiziente Integration und Zugänglichkeit von Leitungen und versteckten Lichtquellen. Über dem doppelgeschossigen Aufenthaltsbereich brachte man die Akustikdecke Cleaneo von Knauf mit einer 10 mm Lochung an. Diese abgehängte Decke wurde so eingepasst, dass sie entlang des verglasten Halbrunds des Hauptrisaliten ohne Versatz in die Dachuntersicht übergeht.

Rotkalk sorgt für gutes Innenraumklima
Die Villa ist zertifiziert nach Minergie. Die Bodenheizung und zwei Warmwasserboiler werden mit einer Erdsonden-Wärmepumpe betrieben. Eine mechanische Wohnungslüftung mit Staub- und Pollenfilter sorgt jederzeit für Frischluft. Trotz der hohen energetischen Ansprüche verlor man Fragen des Stils nicht aus dem Blick. So bemühte man sich bei den geschosshohen Schiebefenstern auf die Loggien und die Terrasse um schlanke Fensterprofile, die sich möglichst unauffällig in die Konstruktion integrieren lassen.

Dem Innenraumklima wurde große Aufmerksamkeit geschenkt. Hier leistet Knauf Rotkalk, mit dem die Innenwände verputzt wurden, einen wichtigen Beitrag. Der Kalkputz ist diffusionsoffen und leistet einen Beitrag zur Regulierung des Feuchtigkeitsgehalts der Raumluft. Rotkalk kann außerdem bestimmte Schadstoffe wie VOCs (Volatile Organic Compounds, das heißt flüchtige organische Verbindungen wie etwa Formaldehyd) und Stickoxide aus der Raumluft aufnehmen und abbauen. Knauf ermöglicht somit dem Bauherren und seiner Familie nicht nur ein elegantes und stilvolles, sondern auch ein gesundes Wohnen.

Bautafel
Bauherr: Vehbi Avdijaj, Emmen
Architektur und Generalunternehmung: MA Generalunternehmungen, Kriens
Gips-Trockenbau: M&S Bau Team AG, Emmenbrücke
Fassade: Laski AG, Windisch
Technische Beratung: Gregor Lütolf, Knauf AG, Reinach

Die aufgebrochene Gebäudeecke der Schauseite wird wie auch der vorgelagerte Gebäudeteil mit dem Knauf Warm-Wand mit Sandstein-Design hervorgehoben. | (Foto: Knauf/hans ege – www.artege.ch)
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