Gedämmt und gestaltet

Harmonisch fügt sich der Erweiterungsbau des Altenbetreuungszentrums in die Altstadt von Iphofen ein. Die fein gefilzte Oberflächenstruktur und die sauber herausgearbeiteten Fenstereinfassungen zeigen deutlich: Die Gestaltung von wärmegedämmten Fassaden gelingt, wenn Planung und Ausführung ineinander greifen.

Mehr Platz für mehr Bewohner – so lautete das Ziel der unterfränkischen Stadt Iphofen für die Erweiterung des von der Joseph-Stiftung (Bamberg) geplanten innerstädtischen Altenbetreuungszentrums Iphofen (ABZ). 20 neue Pflegeplätze sollten dabei entstehen. Entsprechend den hohen gestalterischen Anforderungen in der historischen Altstadt musste der Erweiterungsbau eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Damit sich die Baumasse in die umgebende kleinteilige Häuserlandschaft einfügt, untergliederten die Planer der Joseph-Stiftung Bamberg den Neubaukörper in kleinere Bereiche und verringerten damit optisch dessen Volumen.

Bei der Biberschwanzdeckung und der gefilzten Putzoberfläche des Neubaus orientierten sich die Planer an Vorbildern der Iphöfer Altstadt. Die Optik der Fassadengestaltung verfeinerten sie optisch so, dass sich das Gebäude harmonisch in die mittelalterliche und barocke Umgebung einfügt. Gedämmt wurde die Fassade mit dem Wärmedämm-Verbundsystem Knauf Warm-Wand Basis mit 20 cm EPS Standard 035 und einer Armierung aus dem Klebe- und Armiermörtel SM700. Die sauber gefilzte Struktur gestalteten die Handwerker mit dem Universalmörtel SM 700pro sowie mit Noblo Filz, einem feinen, mineralischen Filzputz mit Marmorkorn.

Die Gefahr des Brandüberschlags an den Wandstücken, die direkt an die Nachbarbebauung angrenzen, bannt der durchgehend mineralische Aufbau des Systems Warm-Wand Plus. Die hier eingesetzte Mineralwolle MW 035 plus stellt sicher, dass die durch die innerstädtisch verdichtete Bauweise resultierenden Brandschutzanforderungen des Bauwerks optimal erfüllt werden konnten. Im Bereich der unter Putz angeordneten Senkrechtmarkisen verarbeitete die mit dem Wärmedämm-Verbundsystem betraute Firma Kaiser aus Aura/Saale als Putzträger die wasserfeste und schimmelresistente sowie gegen Frost-Tau-Wechsel beständige A2-Platte AQUAPANEL Cement Board Outdoor, um Feuchtigkeitsschäden auszuschließen. Die oberste Geschossdecke dämmten die Handwerker mit dem mineralischen Dämmstoff Knauf Insulation Universaldämmrolle Classic 032.

Fein gegliederte Fensterrahmung in der Dämmebene
In besonderer Weise zeigt das Altenbetreuungszentrum, wie sich eine wärmegedämmte Fassade ansprechend gestalten lässt. So wurden die Fenster über eine Profilierung in der Dämmebene in der monochromen Fassadenfläche mit ihrer fein gefilzten Oberflächenstruktur wohltuend dezent akzentuiert. Damit die Fensterrahmung trotz der dicken Außendämmung ebenso feingliedrig wirkt wie die historische Nachbarbebauung, arbeiteten die Handwerker plastisch in die Fassadenebene eintauchende und hervortretende Dämmkeile in Form von sich gegenläufig verschneidenden Lisenen entlang der eigentlichen Rahmen ein. Die Rahmenecken armierten sie zweifach, um Rissebildung auszuschließen. Bei der Ausführung dieser Details ließ sich Kaiser technisch von Knauf beraten, um optimale Qualität zu garantieren. „Wir haben uns sehr gefreut, wie hochwertig und schnell die Handwerker die Profilierungen nach einer kurzen Einführung gestaltet haben“, freut sich Matthias Prell, der als Architekt für die Joseph-Stiftung das Objekt betreut hat. „Letztendlich haben wir so auf einfache Weise nur mit Dämmplatten die Fassade durch das entstandene Licht- und Schattenspiel der Fensterrahmung belebt.“

Dank der gedämmten Putzfassade und den gewählten Holzfenstern mit Dreifachverglasung (uw=1,0 W/m²K) sowie der Geschossdeckendämmung unterschreitet der Erweiterungsbau die aktuellen energetischen Anforderungen deutlich. Klimatechnisch optimiert wird das Gebäude ganzjährig zudem über ein kontrolliertes Be- und Entlüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. Eine Hackschnitzelheizung als regeneratives Energieerzeugungssystem deckt den notwendigen Primärenergiebedarf von 34 kWh/m²a.

Optimale Baustellenlogistik
Um das Gebäude trotz der innerstädtischen und damit beengten Lage rechtzeitig und ohne Störung der Baustellenabläufe bedienen zu können, arbeiteten die mit der Ausführung betrauten Handwerker mit der Knauf Imbag-Baustellenlogistik. Das Unternehmen lieferte die Materialien just-in-time auf der Baustelle an und hängte sie dann in riesengroßen Säcken Paket an Paket direkt an die Außenseite des Gerüst. Das beschleunigt nicht nur die eigentlichen Dämmarbeiten. Außerdem konnten sich die Handwerker so ungehindert und sicher auf dem Gerüst bewegen, ohne dass störende Dämmstoffpakete im Weg lagen. Reststücke wanderten ebenfalls in die bereit gehängten Säcke, um sie der Weiterverwertung zuzuführen. Dämmstoffe und Recyclingmaterial sind so während des Bauprozesses vandalismussicher vor dem Zugriff Unbefugter geschützt und das Gebäude machte dadurch schon während der Bauphase einen vorbildlich aufgeräumten Eindruck. Im Straßenbild waren die Imbags ein weithin sichtbares Kennzeichen für das Baustellenmotto „Hier wird sauber gearbeitet“.

Leistungsfähiger Innenausbau
In den Innenräumen garantieren Knauf Gipsplattenwände, dass die einzelnen Bewohnerzimmer sowohl schall- als auch brandschutztechnisch optimal voneinander getrennt und alle bauphysikalischen Anforderungen umgesetzt werden konnten. Dabei kamen in der Regel Diamantplatten (F30/Rw,R=59dB) auf W 112 Metallständerwandkonstruktionen zum Einsatz. Abgehängte Decken realisierten die Trockenbauer der Kaiser Trockenbau GmbH weitgehend als freitragende Plattendecken nach dem System D113. Im Mehrzweckraum bauten sie eine lineare Designdecke mit gerader Rundlochung 12/25 R ein, um damit den hier anfallenden Geräuschpegel zu senken.

In Eiche furnierte Wandbekleidungen aus Knauf riessler Vinova-Platten rahmen die Zimmereingangsnischen sowie die teilverglasten Personalstützpunkte ein und passen sich an die Eiche furnierten Türen und das Eiche-Massivholz-Parkett an. Gleichzeitig decken sie als nichtbrennbare Wandbekleidung den geforderten Brandschutz in diesen Bereichen ab.

Der hochfeste Gipsputz Knauf MP 75 Diamant garantiert, dass die Wände im Innenraum genügend Widerstand gegen mechanische Belastung bieten. Für den Endanstrich von Wänden und Decken nutzte die mit den Malerarbeiten beauftragte Weipert GmbH die mineralische, emissions- und lösemittelfreie Farbe Knauf Silikatweiss E.L.F. und verlieh den Räumen damit den letzten Schliff.

Um Risse auszuschließen, wurden die vor- und rückspringenden Lisenen zweifach armiert | Knauf/Stefan Ernst
Informationsmaterial anfordern

Projektinformationen

Stichworte

knauf gips, putzsysteme, fassadensysteme, gipsputze, kalkputze, unterputze, oberputze, spachteltechnik, sanierputze, armiergewebe, maschinenputze, wärmedämmung, verbundsysteme, farben, grundierungen, oberflächen, bauplatten, feuerschutz, schallschutz, diamant, lochplatten, schlitzplatten, thermoplatte, gipsfaserplatten, akustikplatten, verbundplatten, deckensysteme, wandsysteme, bodensysteme, abhänger, traversen, fließestriche, trockenestriche, fertigteilest, nivellierestriche, mörtel, brandschutz