Leicht noch eins draufgesetzt

Aufstockungen müssen nicht nur leicht sein, sondern unterliegen meist auch erhöhten Brandschutzanforderungen. Bei einem Staffelgeschoss auf einem Produktionsgebäude der Paulaner Brauerei in München lösten die Architekten diese Doppelaufgabe durch Stahlskelettbauweise in Kombination mit der leichten Knauf Außenwand.

Fast 400 Jahre lang hat die Paulaner Brauerei in der Innenstadt von München ihr Bier gebraut, dann ist das Unternehmen an den Münchner Stadtrand gezogen. Der alte Traditionsstandort war zu klein geworden, der neue bietet weit mehr Platz. Allein das Grundstück zwischen den Autobahnen A8 und der A99 misst 15 ha. Auf dem Gelände kann Paulaner rund ein Fünftel mehr produzieren als bisher. Bereits am 15. September 2015 startete die Brauerei offiziell den Betrieb mit der ersten Abfüllung in München-Langwied.

So hochwertig wie die Brauereitechnik ist auch die Architektur des neuen Standorts. Gebaut wurde in Betonfertigteilbauweise sowie in Stahlleichtbauweise mit einer Profilblechfassade. Der Dachgeschossaufbau, der als Bürobereich dient und zudem die Kantine beheimatet, wurde aus Gewichts- und Brandschutzgründen in Stahlskelettbauweise in Kombination mit Knauf Außenwänden errichtet und in Trockenbauweise ausgebaut. Die Fassade des Dachgeschosses, das heißt deren Aufteilung und Materialität, wurde von 03 Architekten MUC vorgegeben und wie das gesamte Gebäude von der Nething Generalplaner GmbH geplant und umgesetzt. Basis der Fassade ist eine Knauf Außenwand, Doppelständerkonstruktion eingestellte Montage, auf der eine vollflächige Armierlage mit SM 700 Pro erfolgte. Anschließend wurde sie mit Oberputz SP 260 mit 6 mm Korn verputzt und mit Fassadol Metallic gestrichen. Die Reinacrylat-Dispersionsfarbe ist mit Metalleffektpigmenten versehen und wurde speziell mit Blick auf das Projekt Paulaner entwickelt. Mit ihrem metallisch schimmernden Charakter harmoniert die Putzfassade des aufgesetzten Geschosses sehr schön mit der Profilblechfassade der darunter liegenden Abfüllhalle.

Stahlskelettbau und Knauf Außenwand

Mit dieser Konstruktion eröffnet Knauf neue Möglichkeiten für den zeitgemäßen Fassadenbau. Nicht-Brennbarkeit ist eines der entscheidenden Kriterien für viele Aufstockungen. Zugleich sind aus Gewichtsgründen leichte Aufbauten erforderlich. Mit einem Tragwerk in Skelettbauweise aus Stahl beziehungsweise Stahlbeton und dem Knauf Außenwand System (KAW), einer leichten Metallkonstruktion als Doppelständerwerk in Verbindung mit den robusten Trägerplatten Knauf Aquapanel Cement Board Outdoor, lassen sich solche Anforderungen optimal realisieren. Während Massivbauweisen mit einem Gewicht von 300 bis 500 kg/m² zu Buche schlagen, kommt die derart ausgeführte Leichtbauweise lediglich auf ein Gewicht von 60 bis 90 kg/m². Das entspricht einer Gewichtsreduzierung um bis zu 80 Prozent. Zudem lassen sich mit einer KAW Doppelständerkonstruktion höchste schalltechnische Anforderungen bis 71 dB realisieren.

Unterstützung bei der Vorbemessung durch Knauf

Da Fassaden eine prüffähige statische Berechnung der Unterkonstruktion seitens des ausführenden Unternehmens erfordern, unterstützt Knauf Planer und Fachunternehmer bei der statischen Vorbemessung der Konstruktion und vereinfacht somit den Planungsprozess. Aus den Bemessungsgrundlagen, unter anderem dem erforderlichen U-Wert, der Geschoßhöhe sowie der Schallschutzanforderung erstellt Knauf eine Systemempfehlung. „Damit erleichtern wir Planern und Fachunternehmern, die sich in diesem Bereich engagieren wollen, den Einstieg“, erklärt Kathrin Sräga, Knauf Architektenberaterin Außenwand. Knauf übernimmt die Vorbemessung der Konstruktion und berät Auftragnehmer von der Planung, Ausschreibung, Montage – bis zur Fertigstellung.

„Derzeit beträgt der Anteil der Stahl-Leichtbauweise im Wohnungsbau in Deutschland nur ein Prozent. Angesichts der mit anderen Bauweisen nicht lösbaren Herausforderungen im Brandschutz gehen wir jedoch von einem großen Steigerungspotenzial aus. Wir schätzen, dass hierzulande in zehn Jahren rund zehn bis 15 Prozent der Bauten als Hybridbauten in Kombination mit Stahlleichtkonstruktionen errichtet werden“, konstatiert Sräga.

Klarer Aufbau mit Doppelständerwerk

Auch die Außenwand des Dachgeschossaufbaus des neuen Paulaner Standorts musste aus Gründen der Statik und des Brandschutzes in Stahlleichtbauweise erstellt werden. Zur Ausführung kamen korrosionsgeschützte Metallprofile in der Materialstärke von 0,6 bis 2 mm, die entsprechend einem statisch erforderlichen Achsabstand von 625 mm beziehungsweise 420 eingestellt wurden. Die äußeren, statisch wirksamen Profile wurden mit Knauf Anschlusswinkeln an der Stahlbetondecke und an den Stützen und Wandanschlussbereichen befestigt. In den Deckenköpfen und Bodenbereichen sind sie mit Knauf Trennstreifen beziehungsweise Trennwandkitt entkoppelt. Insgesamt wurden 700 m² Knauf Außenwand mit AQUAPANEL® Technologie und in weiteren Bereichen 1100 m² Wärmedämm-Verbundsystem Knauf WARM-WAND Plus verbaut.

Sämtliche Bauteile sind nicht brennbar und entsprechen Rw,R < 35 dB (im eingebauten Zustand). Rauminnenseitig wurde die KAW Konstruktion mit 2 x 12,5 mm Knauf Diamant Platten GKFI beplankt, dazwischen die luftdichte Schicht mit einer Knauf Insulation Dampfbremsbahn LDS 10 Silk. Die inneren Profile CW 75/50/06 werden durch eine Zwischenplatte 12,5 mm Knauf Diamant stabilisiert. Die Wärmedämmung übernehmen drei Lagen Knauf Insulation Metallbau-Dämmplatten FCB 035 beziehungsweise Universalldämmrolle Classic 035. Auf den äußeren Profilen liegt als Wasserbarriere beziehungsweise Unterspannbahn AQUAPANEL® Water Barrier. Die Außenbeplankung der Fassade erfolgt durch mit AQUAPANEL® Cement Board Outdoor, verfugt und vollflächig verspachtelt mit Gewebeeinlage. 15 x 15 m Fugenlose Fassadenflächen können so hergestellt werden. Die gesamte Konstruktion wird vor Ort realisiert.

Ein Auftragnehmer für alle Bauphasen

„Mit der Aquapanel Cement Board Outdoor können Fassaden außen als Trägerplatten abgeschlossen werden. Mit dieser Basis lässt sich eine Vielzahl von Fassadenoberflächen kombinieren, wie zum Beispiel Putze, Keramik und Klinkerriemchen. Zudem lässt sie sich in vielen Formen verbauen, sodass konkave oder konvexe Außenwände oder mehrdimensionale Fassaden realisiert werden können“, erläutert Knauf Architektenberaterin Kathrin Sräga.

Bei Paulaner eignete sich die Putzfassade zur Akzentuierung der anschließenden Metallfassaden. Dadurch konnte eine einheitliche optische Anmutung realisiert werden, die das gesamte Bauwerk trotz der unterschiedlichen Funktionen wie aus einem Guss wirken lässt. Knauf überzeugte hier durch die Möglichkeit, Fassadenkompetenz aus einer Hand zu bieten, sowohl im Bereich Dämmung und Beschichtung als auch Konstruktion und Statik und nicht zuletzt in Bezug auf gestalterische Aspekte etwa durch die metallisch pigmentierte Farbe. Daher konnte das Bauvorhaben durch alle Phasen von Knauf begleitet werden.

 

Bautafel

Generalplanung:
Nething Generalplaner GmbH, Neu-Ulm

Entwurfsplanung Fassade:
03 Architekten GmbH, München

Fachplanung Fassade:
Nething Generalplaner GmbH, Neu-Ulm in Zusammenarbeit mit Mosbacher + Roll Beratungs- und Planungsgesellschaft für Fassadentechnik mbH, Tettnang

Fachunternehmer Trockenbau:
TM Ausbau GmbH, München

Bauherr:
Paulaner Brauerei GmbH & Co.KG, München

Trockenbau-Baustoffe:
Knauf Gips KG

Knauf Fachberatung:
Kathrin Sräga (Knauf Außenwand), Mario Franke (Putz-/Fassadensysteme)

Eine leichte Knauf Außenwand mit einer Doppelständerkonstruktion bildet die Hülle des Staffelgeschosses | Knauf
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Projektinformationen

Stichworte

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